Schmuck aus Menschenhaar

Der Schmuck aus Menschenhaar zählte früher anders als heute zum Gedenkschmuck. Haare galten als Sitz der Lebenskraft und standen für die Attraktivität, Vitalität und Stärke eines Menschen, die der Schmuck widerspiegeln und erhalten sollte.

 

Für ein Geflecht brauchte man in der Regel 300-500 Haare, wobei immer nur das Haar von Lebenden verwendet wurde und niemals das von Toten. Man fertigte den Schmuck zur Verlobung, Hochzeit, als Freundschafts-beweis, aber auch zum Gedenken an Verstorbene an.

Die Bandbreite war groß, die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Oft wurden nicht nur Ketten wie diese mit Kreuzen, Verzierungen und unterschiedlichen Geflechten, sondern auch Armschmuck, Broschen, Ohrringe und auch Teekannenteile, wie auch in der Ausstellung des Ostfriesischen Teemuseums zu sehen sind, in aufwendiger Kleinstarbeit gefertigt.

 

Die Hersteller solcher Schmuckstücke waren in erster Linie Frauen in Handarbeitskreisen, Klosterfrauen, Friseure, Perückenmacher und Näherinnen. Sie klöppelten, flochten und webten das Haar zu Mustern, zu Blüten und Blätterranken, ergänzten es mit Perlen oder verflochten es mit Gold- und Silberdraht.